Google Adress-
vervollständigung.

Anleitung · One Page Checkout Ultimate · Google Cloud · Stand August 2026

Ihre Kunden tippen die ersten Buchstaben der Straße, Google schlägt die vollständige Anschrift vor. Dafür brauchen Sie einen eigenen API-Schlüssel — kein fertiger liegt bei. Diese Anleitung führt Sie in zwölf Schritten hindurch, vom Google-Konto bis zum ersten Vorschlag im Checkout.

Auf einen Blick

Was Sie
erwartet.

Rund 20 Minuten

Von der Anmeldung bis zum funktionierenden Vorschlag im Checkout. Kein Programmieren, alles im Browser — Sie klicken durch die Google Cloud Console und kopieren am Ende eine Zeichenkette in die Plugin-Konfiguration.

In der Regel kostenlos

Die Adressvervollständigung läuft über Sitzungen, und die kosten derzeit nichts. Google verlangt trotzdem ein hinterlegtes Abrechnungskonto mit Kreditkarte — ohne das bleibt die Funktion aus. Setzen Sie sich in Schritt 7 eine Kostenbremse.

Ein Datenschutz-Thema

Bei jedem Tastendruck geht die Eingabe an Google — auch bevor der Kunde bestellt. Ihre Datenschutzerklärung muss das abdecken. Schritt 11 sagt, was hineingehört und welche Alternativen es gibt.

Anleitung

Schritt für Schritt.

1. Bevor Sie anfangen

Die Adressvervollständigung ist eine Funktion von Google, nicht vom Plugin. One Page Checkout Ultimate baut die Verbindung auf — den Zugang dazu müssen Sie selbst besorgen. Das ist Absicht: Der Schlüssel gehört Ihnen, läuft auf Ihre Rechnung und kann von uns nicht mitgeliefert werden.

Was Sie bereitlegen sollten:

  • Ein Google-Konto. Am besten ein geschäftliches, kein privates — der Zugang gehört zur Firma, nicht zu einer Person, die vielleicht irgendwann das Unternehmen verlässt.
  • Eine Kreditkarte. Google verlangt ein hinterlegtes Zahlungsmittel, auch wenn Sie im kostenlosen Rahmen bleiben. Alternativ akzeptiert Google in Deutschland je nach Konto auch SEPA-Lastschrift.
  • Ihre Shop-Domains. Alle, unter denen der Checkout erreichbar ist — mit und ohne www, dazu Ihre Staging- oder Testumgebung, falls Sie dort prüfen wollen.
Ohne Schlüssel passiert nichts Schlimmes: Solange kein Key eingetragen ist, bleibt die Adressvervollständigung schlicht wirkungslos. Der Checkout funktioniert vollständig, die Kunden tippen ihre Adresse eben von Hand. Sie können diese Anleitung also in Ruhe abarbeiten, ohne dass der Shop darunter leidet.
2. Google-Cloud-Projekt anlegen

Alles bei Google Cloud liegt in einem Projekt. Das Projekt ist der Container für Ihren Schlüssel, die freigeschalteten Dienste und die Abrechnung. Legen Sie für den Shop ein eigenes an — dann sehen Sie später auf einen Blick, was der Checkout verbraucht.

  1. Öffnen Sie console.cloud.google.com und melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an.
  2. Beim ersten Besuch bestätigen Sie die Nutzungsbedingungen und wählen Land und Firmentyp.
  3. Oben in der blauen Leiste steht die Projektauswahl. Klicken Sie darauf und dann auf Neues Projekt.
  4. Vergeben Sie einen sprechenden Namen, etwa Shop Checkout Adressen, und bestätigen Sie mit Erstellen.
  5. Warten Sie, bis die Benachrichtigung oben rechts das Projekt meldet, und wechseln Sie hinein — die Projektauswahl muss danach Ihren neuen Namen zeigen.
Der häufigste Fehler der nächsten Schritte: im falschen Projekt zu arbeiten. Google merkt sich die zuletzt geöffnete Auswahl, und wer mehrere Projekte hat, aktiviert die Dienste schnell im verkehrten. Prüfen Sie vor jedem Schritt kurz den Projektnamen in der blauen Leiste.
3. Abrechnungskonto verknüpfen

Google gibt die Kartendienste nur frei, wenn ein Abrechnungskonto am Projekt hängt — auch dann, wenn Sie dauerhaft im kostenlosen Rahmen bleiben. Ohne diesen Schritt liefert der Schlüssel später nur Fehlermeldungen.

  1. Öffnen Sie im Navigationsmenü links den Punkt Abrechnung (englisch: Billing).
  2. Wählen Sie Abrechnungskonto verknüpfen. Existiert noch keines, legen Sie über Abrechnungskonto erstellen eines an.
  3. Tragen Sie Firmenname, Anschrift und Zahlungsmittel ein. Für den Vorsteuerabzug gehört hier Ihre USt-IdNr. hinein — nachträglich ist das umständlicher.
  4. Bestätigen Sie die Verknüpfung mit dem Projekt aus Schritt 2.
Zur Beruhigung: Ein hinterlegtes Zahlungsmittel ist kein Abonnement. Abgerechnet wird nur tatsächliche Nutzung oberhalb der Freikontingente — und für die Adressvervollständigung ist das derzeit keine. In Schritt 7 richten wir zusätzlich eine harte Obergrenze ein.
4. Die richtigen Dienste aktivieren

Ein Projekt hat zunächst keinen einzigen Dienst freigeschaltet. Sie aktivieren gezielt die, die Sie brauchen — das ist auch aus Sicherheitssicht richtig, denn ein Schlüssel kann nie mehr, als im Projekt aktiv ist.

  1. Öffnen Sie APIs und DiensteBibliothek.
  2. Suchen Sie nach Places API (New) und klicken Sie auf Aktivieren.
  3. Suchen Sie anschließend nach Maps JavaScript API und aktivieren Sie diese ebenfalls.

Warum genau diese beiden? One Page Checkout Ultimate nutzt das aktuelle Eingabefeld von Google, das PlaceAutocompleteElement. Das wird über die Places-Bibliothek der Maps JavaScript API in die Seite geladen — die brauchen Sie also, damit das Feld überhaupt erscheint. Die Adressvorschläge selbst holt es dann aus der Places API (New). Fehlt einer der beiden Dienste, bleibt die Vervollständigung stumm.

Beide zu aktivieren kostet nichts — abgerechnet wird ausschließlich tatsächliche Nutzung, nicht die Freischaltung.

Achtung, zwei fast gleiche Namen: In der Bibliothek stehen Places API und Places API (New) direkt nebeneinander. Das sind zwei verschiedene Dienste, und die alte Variante brauchen Sie hier nicht — lassen Sie sie ruhig aus. Wer sie versehentlich statt der neuen aktiviert, bekommt im Browser die Meldung ApiNotActivatedMapError und keine Vorschläge. Das ist mit Abstand der häufigste Stolperstein dieser Anleitung.
5. Den API-Schlüssel erstellen
  1. Öffnen Sie APIs und DiensteAnmeldedaten (englisch: Credentials).
  2. Klicken Sie oben auf Anmeldedaten erstellen und wählen Sie API-Schlüssel.
  3. Google zeigt den Schlüssel sofort an — eine lange Zeichenkette, die typischerweise mit AIza beginnt. Kopieren Sie sie.
  4. Geben Sie dem Schlüssel über Bearbeiten einen sprechenden Namen, etwa Shopware Checkout Storefront. Wer später drei namenlose Schlüssel vor sich hat, traut sich an keinen davon mehr heran.
Schließen Sie das Fenster noch nicht: Ein frisch erstellter Schlüssel ist völlig ungeschützt — jeder, der ihn aus dem Quelltext Ihrer Seite ausliest, kann ihn auf Ihre Rechnung verwenden. Gehen Sie deshalb direkt zu Schritt 6 weiter, bevor Sie den Key irgendwo eintragen.
6. Den Schlüssel absichern

Ein API-Schlüssel für die Storefront steht zwangsläufig im Quelltext Ihrer Seite — das lässt sich nicht vermeiden und ist auch kein Fehler. Der Schutz besteht deshalb nicht darin, ihn zu verstecken, sondern darin, ihn nutzlos zu machen, sobald er woanders eingesetzt wird. Dafür gibt es zwei Beschränkungen, und Sie sollten beide setzen.

Anwendungsbeschränkung — wer darf ihn benutzen:

  1. Im Schlüssel unter Anwendungseinschränkungen die Option Websites wählen (HTTP-Referrer).
  2. Ihre Domains eintragen, jeweils mit Sternchen für alle Unterseiten:
    https://ihr-shop.de/*
    https://www.ihr-shop.de/*
  3. Falls vorhanden, die Staging-Domain ergänzen — sonst funktioniert die Vervollständigung dort nicht.

API-Beschränkung — wofür er gilt:

  1. Unter API-Einschränkungen von „Schlüssel nicht einschränken“ auf Schlüssel einschränken wechseln.
  2. Genau die beiden Dienste aus Schritt 4 auswählen: Places API (New) und Maps JavaScript API.
  3. Speichern — und dem Ganzen ein paar Minuten Zeit geben, bis die Änderung greift.
Warum das kein optionaler Feinschliff ist: Ein unbeschränkter Schlüssel wird im Netz automatisiert eingesammelt und weiterverwendet — auf Ihrer Rechnung, mit Ihrem Kontingent. Mit beiden Beschränkungen ist er außerhalb Ihrer Domains wertlos. Diese fünf Minuten sind die wichtigsten der ganzen Anleitung.
7. Kostenbremse einrichten

Auch wenn realistisch keine Kosten entstehen: Eine Obergrenze kostet nichts und nimmt das ungute Gefühl, eine Kreditkarte bei einem Dienst zu hinterlegen, dessen Verbrauch man nicht sieht. Richten Sie beides ein.

Budget mit Benachrichtigung:

  1. AbrechnungBudgets und BenachrichtigungenBudget erstellen.
  2. Einen kleinen Betrag setzen, etwa 10 Euro im Monat.
  3. Schwellen bei 50, 90 und 100 Prozent aktivieren — Sie bekommen dann eine E-Mail, lange bevor etwas ins Gewicht fällt.

Harte Obergrenze über Kontingente:

  1. APIs und Dienste › den jeweiligen Dienst öffnen › Reiter Kontingente (englisch: Quotas).
  2. Das Tageslimit für Anfragen auf einen Wert setzen, der zu Ihrem Shop passt — etwa das Zehnfache Ihrer täglichen Bestellungen.
Der Unterschied ist wichtig: Ein Budget informiert Sie, es stoppt nichts. Nur das Kontingent zieht eine echte Grenze. Setzen Sie es nicht zu knapp — ist es aufgebraucht, bleiben die Adressvorschläge für den Rest des Tages aus. Der Checkout selbst funktioniert weiter, Ihre Kunden tippen dann von Hand.
8. Schlüssel im Plugin eintragen
  1. Im Shopware-Administrationsbereich ErweiterungenMeine ErweiterungenOne Page Checkout UltimateKonfiguration öffnen.
  2. Oben den richtigen Verkaufskanal wählen — oder „Alle Verkaufskanäle“, wenn der Schlüssel überall gelten soll.
  3. In der Karte mit den Layout-Einstellungen den Schalter Google-Adressvervollständigung aktivieren.
  4. Den kopierten Schlüssel in das Feld für den Google-API-Key einfügen — ohne Leerzeichen davor oder dahinter.
  5. Speichern, anschließend den Cache leeren und die Storefront hart neu laden.
Kanal-Falle: Speichern Sie den Schlüssel bei einem einzelnen Verkaufskanal, gilt er auch nur dort — alle anderen Kanäle zeigen weiterhin keine Vorschläge. Wer mehrere Kanäle betreibt, trägt ihn unter „Alle Verkaufskanäle“ ein.
9. Testen
  1. Ein privates Browserfenster öffnen — im normalen Fenster sehen Sie womöglich eine zwischengespeicherte Seite.
  2. Einen Artikel in den Warenkorb legen und zur Kasse gehen.
  3. Im Feld Straße und Hausnummer die ersten Zeichen einer echten Adresse tippen. Nach drei bis vier Zeichen sollte die Vorschlagsliste erscheinen.
  4. Einen Vorschlag auswählen und prüfen, ob Postleitzahl, Ort und Land korrekt mitgefüllt werden.
  5. Den Vorgang auf einem echten Mobilgerät wiederholen — die Vorschlagsliste verhält sich dort anders als am Schreibtisch.
Geduld beim ersten Versuch: Neu aktivierte Dienste und geänderte Schlüsselbeschränkungen brauchen bei Google gelegentlich einige Minuten, in seltenen Fällen länger. Funktioniert es unmittelbar nach dem Einrichten nicht, warten Sie eine Viertelstunde, bevor Sie mit der Fehlersuche in Schritt 12 beginnen.
10. Was das kostet

Google hat die Abrechnung der Kartendienste im März 2025 umgestellt. Das frühere gemeinsame Monatsguthaben von 200 US-Dollar gibt es nicht mehr — stattdessen hat jeder einzelne Dienst sein eigenes kostenloses Monatskontingent.

Für die Adressvervollständigung ist das günstig. Wird eine Eingabe als zusammenhängende Sitzung abgerechnet — also alle Tastendrücke bis zur Auswahl einer Adresse als ein Vorgang —, kostet diese Sitzung derzeit auf allen Nutzungsstufen nichts. Kosten entstünden erst, wenn abgebrochene Eingaben einzeln abgerechnet werden oder wenn zusätzliche, kostenpflichtige Datenfelder abgefragt werden. Für einen normalen Shop-Checkout ist beides untypisch.

Wo Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch sehen: in der Google Cloud Console unter AbrechnungBerichte. Dort lässt sich nach Dienst und Zeitraum filtern — nach der ersten Woche im Livebetrieb wissen Sie genau, woran Sie sind.

Diese Angaben sind eine Momentaufnahme: Der Stand ist August 2026. Google ändert Preise und Freikontingente, und was heute kostenlos ist, muss es nächstes Jahr nicht bleiben. Verbindlich ist allein die aktuelle Preisliste der Google Maps Platform. Mit der Kostenbremse aus Schritt 7 können Sie ohnehin nicht in eine unangenehme Überraschung laufen.
11. Datenschutz: was Sie ergänzen müssen

Sobald die Vervollständigung aktiv ist, wird bei jedem Tastendruck im Adressfeld eine Anfrage an Google gesendet — mit dem angefangenen Text und der IP-Adresse Ihres Kunden. Das passiert, bevor eine Bestellung zustande kommt, und es passiert auch dann, wenn der Kunde den Kauf am Ende abbricht.

Was daraus folgt:

  • Datenschutzerklärung ergänzen. Nennen Sie den Dienst (Google Maps Platform / Places API), den Anbieter, den Zweck, die Übermittlung in Drittländer und Ihre Rechtsgrundlage.
  • Rechtsgrundlage festlegen. Ob berechtigtes Interesse genügt oder eine Einwilligung nötig ist, hängt von Ihrer Umsetzung ab und wird unterschiedlich beurteilt — das ist der Punkt, an dem sich eine kurze Rücksprache mit Ihrem Datenschutzbeauftragten lohnt.
  • Auftragsverarbeitung prüfen. Google stellt die entsprechenden Bedingungen über das Cloud-Konto bereit; nehmen Sie den Dienst in Ihr Verarbeitungsverzeichnis auf.
  • Cookie- und Consent-Banner. Wenn Sie die Funktion einwilligungspflichtig einordnen, muss sie auch tatsächlich erst nach der Einwilligung laden.
Die einfachste Alternative: Lassen Sie die Funktion aus. Der One-Page-Checkout ist ohne sie vollständig nutzbar — Kunden geben ihre Adresse wie in jedem anderen Shop von Hand ein. Der Komfortgewinn ist real, aber er ist kein Muss, und wer die datenschutzrechtliche Bewertung scheut, verliert wenig.
Keine Rechtsberatung: Dieser Abschnitt fasst zusammen, was in der Praxis zu bedenken ist. Er ersetzt keine rechtliche Prüfung Ihres konkreten Shops, und die Verantwortung für die Umsetzung bleibt bei Ihnen als Betreiber.
12. Wenn es nicht funktioniert

Die aussagekräftigste Information steht in der Browser-Konsole: In Chrome oder Firefox mit F12 öffnen, Reiter Konsole, Checkout neu laden und in das Adressfeld tippen. Google schreibt dort im Klartext, was fehlt.

  • ApiNotActivatedMapError — einer der beiden Dienste ist im Projekt nicht freigeschaltet. Fast immer fehlt Places API (New), weil versehentlich die gleichnamige alte Variante aktiviert wurde; zurück zu Schritt 4.
  • RefererNotAllowedMapError — die aufgerufene Domain steht nicht in der Anwendungsbeschränkung. Prüfen Sie in Schritt 6, ob die Variante mit www mit eingetragen ist; die Konsole nennt die geblockte Adresse mit.
  • REQUEST_DENIED — meist ein fehlendes oder nicht verknüpftes Abrechnungskonto (Schritt 3), gelegentlich ein Tippfehler im Schlüssel.
  • OVER_QUERY_LIMIT — das Tageskontingent aus Schritt 7 ist aufgebraucht. Grenze anheben oder bis zum nächsten Tag warten.
  • InvalidKeyMapError — der Schlüssel stimmt nicht. Häufig ein mitkopiertes Leerzeichen; Feld leeren und sauber neu einfügen.
  • Gar keine Meldung, aber auch keine Vorschläge — in dieser Reihenfolge prüfen: Schalter aktiv? Richtiger Verkaufskanal (Schritt 8)? Cache geleert und hart neu geladen? Privates Fenster benutzt? Blockiert ein Consent-Banner oder ein Adblocker das Laden?
Und wenn nichts hilft: Schreiben Sie uns an mail@gruenderkind.com. Hilfreich sind: Shopware-Version, Plugin-Version, die genaue Fehlermeldung aus der Konsole und die Domain, unter der Sie testen. Den API-Schlüssel selbst schicken Sie uns bitte nicht mit — wir brauchen ihn nicht, und er gehört nicht in eine E-Mail.
Voraussetzungen

Was Sie brauchen.

Google-Konto Abrechnungskonto (Pflicht) Places API (New) Maps JavaScript API Domain-Beschränkung Eintrag in der Datenschutzerklärung
Weiter

Zurück zum Plugin.

Alle übrigen Einstellungen des Checkouts stehen in der Dokumentation zu One Page Checkout Ultimate. Kommen Sie hier nicht weiter, schreiben Sie uns an mail@gruenderkind.com